Im November 2025 startete das Projekt "Kinder&Wingert GS“ in Edenkoben. Nach nun knapp zehn Monaten wurde die erste Saison mit der Weinlese abgeschlossen. Wie schon bei den vorherigen Aktionen waren die Kinder aus der Grundschule und aus der Kindertagesstätte Sternenstaub mit Begeisterung dabei. Sie konnten es gar nicht erwarten bis Hubert Müller vom Team Weinlehrpfad mit seiner Einführung fertig war und sie mit den Traubenscheren loslegen konnten.
Die Weinlese war nur ein Teil des Projektes. Zuvor war den Kindern schon gezeigt worden wie ein Weinberg überhaupt funktioniert und das mehr oder weniger das ganze Jahr dort gearbeitet werden muss. Auch lernten die Kinder Reben richtig zu schneiden und anzubinden und am Stock wachsende überzählige Triebe zu entfernen. Beim Aufhängen von Pheromonen waren sie ebenfalls mit dabei.
Nun erfolgte also mit der Traubenernte die Krönung des Ganzen.
Anne Stockerl unterstützte die Kinder dabei die bereitgestellten Traubenkübel zu füllen. Sie hatte als Klassenlehrerin der damaligen 1b die Idee für das Projekt und stellte dieses Jürgen Alter vor. Er zeichnet für das Team Weinlehrpfad verantwortlich und war von der Idee ebenso begeistert, wie seine Mitstreiter im Team. Nun war Anne Stockerl mit der Klasse 2b am Start, denn zum neuen Schuljahr wurde aus der 1b ja die 2b. Seitens der Kita waren die Vorschulkinder beim Projekt im Einsatz. Sie besuchen nun selbst als Erstklässler die Grundschule.
Alle Kinder die das Jahr über mitgeholfen hatten, durften nun die Früchte ihrer Arbeit ernten. Auch einige aktuelle Vorschulkinder aus der Kita beteiligten sich an der Lese. Nachdem die Kübel alle gefüllt waren, durften die Kinder einen Teil der Trauben für sich mit in die Schule und die Kita mitnehmen. Die restlichen Früchte nahmen Kornelia Becker und Traudel Kriegshäuser von der Edenkobener Tafel in Empfang. Dort werden die Trauben bei der Essenausgabe an bedürftige Menschen verteilt. Beim Anblick der prall gefüllten Kübel stellte Hubert Müller lächelnd fest: „Da habt ihr ja Übermengen produziert!“
Zu Beginn hatte er gefragt: „Was kann man denn aus Trauben machen?“ Wie aus der Pistole geschossen riefen die Kinder fast unisono „Traubensaft.“
Müller blickte auf das Jahr in den Weinbergen zurück und erinnerte die Kinder was sie alles geleistet haben. Er erzählte auch davon das heutzutage viele Weinberge mit einem Vollernter geerntet werden. Einen solchen hatte er sogar mit dabei, wenn auch nur als Spielzeugmodell.
„Heute erntet ihr die Trauben aber so, wie es früher gemacht wurde. Ihr schneidet sie mit der Schere ab und legt sie in die großen rotbraunen Kübel, die hier stehen“, erklärte Müller was zu tun ist. Immer zwei Kinder arbeiteten dann zusammen.
Dabei wurden sie bestens betreut von Jürgen Alter, Dieter Münch, Ludwig Schneider und Marcus Schreieck vom Team Weinlehrpfad.
Die Achtjährige Livia aus der 2b war total begeistert „Es ist so cool Trauben zu schneiden. Wir haben zu Hause im Garten auch einen Traubenstock“, sprudelte es aus ihr heraus. Schön wie ihre sieben Jahre junge Klassenkameradin Anna einschritt, als ein Kind schon Trauben direkt vom Stock essen wollte. „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen“, machte Anna klar.
Neben den Trauben an der „Liebeslaube der Fünfziger“ in der Villastraße, wurden auch welche an einer weiter oben in der Straße gepflanzten Musterrebzeile geerntet. Eine Sorte war noch etwas zu sauer, wie man unschwer an Marcus Schreiecks Gesichtszügen ablesen konnte, als er eine Beere probierte. Er empfahl den Kindern dann doch lieber von einer anderen, süßeren Sorte zu kosten.
„Für die neue Weinbergsaison ist schon eine Wiederholung des Projekts in Planung“, teilte Jürgen Alter mit. Die Kinder hörten dies ebenso gerne wie Anne Stockerl und die Erzieherinnen der Kita Sternenstaub Tabea Keck und Sandra Damian.
Text und Bilder: Heinz Lambert