Nächste Aktion des Projekts Kinderwingert
Das „Projekt Kinderwingert“ in Edenkoben ging in die nächste Runde. Dieses Mal war Reben anbinden angesagt, auf gut pfälzisch „Kammert mache“!
Beim diesem Projekt wird den Mädchen und Jungen aus der Kindertagesstätte Sternenstaub und der Klasse 1b der Grundschule Edenkoben in Kooperation von Schule und Kita die Arbeit im Weinberg näher gebracht.. Nachdem den Kleinen im Dezember gezeigt wurde wie man Reben schneidet, ging es diesmal darum diese fachgerecht anzubinden, ohne dass sie abbrechen.
Die Kinder lernten unter fachkundiger Anleitung der Winzer Ludwig Schneider und Marcus Schreick, mit Unterstützung von Alois Wintergerst, Mitstreiter im Team Weinlehrpfad, wie man Reben anbindet und das auf verschiedene Art und Weise. Auch Klassenlehrerin Anne Stockerl bewies ihre Fähigkeiten beim Anbinden. Rossana Giangreco und Tabea Keck, Erzieherinnen in der Kita Sternenstaub, gaben sich da eher als gelehrige Zuseherinnen.
Es begann alles ganz klassisch, hatte Marcus Schreier doch Weiden von den Bäumen, die in der nahegelegenen Edenkobener Siedlung stehen, mitgebracht. Damit zeigte er den Kindern wie man zu Omas Zeiten die Reben anband. Verblüffend wie schnell die Kleinen den Dreh raushatten und nahezu selbstständig die Reben in die gewünschte Position brachten. Das nasse Wetter der letzten Tage und Wochen trug dazu bei, dass die Reben sehr biegefähig waren und so kaum Gefahr bestand diese abzubrechen. Dabei zeigten sich vor allen die Mädchen geradezu künstlerisch begabt.
Die Jungen hingegen waren mehr begeistert von der neuen Technik, bei der die Reben mittels dünnem Draht von einer mechanisch arbeitenden Zange angebunden werden. Sie rissen Schreieck und Schneider das Gerät geradezu aus den Händen.
Am historischen kleinen Wingert zeigte Marcus Schreieck zuerst wie man beim klassischen Kammertbau die Reben anband und man deshalb gerade bei der älteren Generation, bis heute noch vom „Kammert machen“ spricht.
Diese Arbeit war körperlich sehr anstrengend, musste man doch immer wieder über das Gestell aus Holz steigen, dass die Reben umgibt, um überhaupt an die Stöcke heranzukommen. Zudem waren die Rebstöcke bei dieser Anbauart oft nur rund 70 bis 80 Zentimeter hoch. Man musste sich also immer tief herunterbücken, was wohl nicht so wirklich gesund für den Rücken war, da man ja Stundenlang in dieser Haltung arbeiten musste. Beim heutigen Anbau, bei dem die Reben ja viel höher wachsen, ist das natürlich viel leichter.
Die Kinder durften in einem Weinberg des Winzers Sebastian Rohr aus Venningen das Anbinden lernen. Jürgen Alter, der ja Federführend für die Betreuung des Weinlehrpfades ist, dankte Rohr für dessen großzügige Unterstützung.
Die 18 Kinder aus der Grundschule und die zwölf Kleinen aus der Kita fragten schon, wann sie wieder in den Weinberg kommen dürfen. Diesmal waren sie eine gute Stunde mit Feiereifer bei der Sache. Vielleicht wäre ja das sogenannte Ausbrechen eine Option für den nächsten Besuch im Weinberg. Dann müssen die Triebe, die unten am Stock austreiben und dort nicht erwünscht sind, von Hand entfernt werden.
Die Krönung sollte dann die eigentliche Weinlese sein. Werden ja heutzutage viele Weinberge durch Vollernter gelesen, dürfen die Kinder die Trauben dann mit der Schere abschneiden und dann den großen Eimer, auf gut pfälzisch „de Kiwwel“, hinein legen. Auch die mögliche Mitfahrt auf einem Vollernter dürfte die Kinder begeistern.
Am Sonntag, 3. Mai wird es ein Fest entlang der Villastraße geben. Anlass ist das Jubiläum „50 Jahre Weinlehrpfad“. Rolf Baumann, der sich ebenfalls im Team Weinlehrpfad engagiert, hat dazu bereits ein Buch in Arbeit, dass die Geschichte des Pfades von den Anfängen im Jahr 1976 bis in die heutige Zeit dokumentieren wird.
Reben anbinden leicht gemacht
Author/Text: Heinz Lambert, Burrweiler
Bilder: Heinz Lambert, Burrweiler